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Kolumne - Dezember 2020

Transformation

„Sie sind nicht von dieser Welt, wie ich nicht von dieser Welt bin“ Johannes 17, 16

 

In unmittelbarer Nähe zu dem christlichen Fest von Christi Geburt – Weihnachten oder Weihenacht – will ich es wagen, mich diesem großen Thema, vielleicht dem Thema mit DER fundamentalsten Fragestellung des Lebens an und für sich, zu nähern, der der Transformationen.

Unter Transformation wird der Prozess der Veränderung, vom aktuellen Zustand (IST) hin zu einem angestrebten Ziel-Zustand in der nahen Zukunft definiert. Eine Transformation repräsentiert einen fundamentalen und dauerhaften Wandel, so die Internet-Bibliothek Wikipedia, sie beschränkt sich dort jedoch auf biologische, volkswirtschaftliche, soziale und politische Gegebenheiten.

Die Wortherkunft  lat.: transformare = umformen, verwandeln hat eine vollständige Übereinstimmung zu dem Begriff Metamorphose aus einer anderen Sprache stammend:  altgriech. μεταμόρφωσις = Umgestaltung, Verwandlung, Umwandlung, auch Metabolie: altgriech. μεταβολή = Veränderung.

Interessanterweise haben sich die Menschen zu den Zeiten beider Kulturen beider alten Sprachen offenbar einen Begriff geschaffen, um eben das besagte fundamentale Ver- oder umwandeln beschreiben zu können.

Sprachforscher wissen, dass insbesondere die alten Sprachen natürlich nur die Dinge abgebildet haben, ja abbilden konnten, die die Menschen erfassen konnten. Dinge, die also entweder real existierten, oder sehr stark im Zusammenhang mit deren Glaubens- und Weltbildern standen, so dass sich hieraus Rückschlüsse ergeben.

Sie bezogen sich als Mensch sicherlich mit ein, denn sie erlebten die beiden großen unumkehrbaren Verwandlungen im Leben eines Menschen - wie Geburt und Tod – ständig im Außen, aber auch mit den damit einhergehenden Gefühlen und Gedanken in ihrem Inneren, die sie dann mithilfe der damals geltenden Glaubensrichtungen interpretierten, einordneten.

Allein vor diesem Hintergrund ist es mehr als verwunderlich, dass wir im modernen wikipedia zu beiden Begriffen Transformation und Metamorphose im Zusammenhang mit menschlichem Erleben, keinen Eintrag finden.

Geburt und Tod als Begrenzungen unseres physischen Lebens zeigen uns bis heute von außen beobachtbar, dass hier etwas grundlegendes geschieht. Es sind Ereignisse, die wir mangels bewußtem wahrnehmen nicht in der gewohnten Form „untersuchen“ oder beweisen können.

Die Naturwissenschaft muss die beiden Phänomene Geburt (Zeugung) und Tod ausklammern, wenn sie die Natur selber erklären will, da diese eben nicht rein materiell betrachtet werden können.

Bei der Geburt ist unsere menschliche Wahrnehmungsfähigkeit in Kombination mit bewußtem Erleben NOCH nicht ausgereift vorhanden und wir tappen im Dunkeln. Und nach dem Sterben, also im Tod an und für sich, haben wir KEINE physischen Möglichkeiten mehr, es der Menschheit mitzuteilen, was da geschehen ist und wohin die Reise geht, in welcher Form -und ob überhaupt- wir weiter existieren.

Geburt und Tod sind somit offenbar rein geistige Phänomene, nur übersinnlich zu erfassen in ihrer Gänze und damit wird deutlich, dass wir einen Glauben an eben jenes Jenseitige brauchen, um diese fundamentalen Transformationsereignisse umfänglich fassbar zu machen.

Aus diesen Überlegungen heraus könnten oder müssten wir hier und an dieser Stelle mit einer weitergehenden Betrachtung aufhören, da es sich nur um rein spekulative oder dem Glauben verhafteten Überlegungen handeln wird.

Dieses Thema geht sehr tief und ich kann es hier nur anschneiden und eben meinem eigenen Weltbild gemäß betrachten und zur allgemeinen Kontemplation zur Verfügung stellen. Hierin liegt auch das Geheimnis für jeden Einzelnen, wie er damit umgeht, innerlich.

Aus Goethes berühmtem Zitat: „Wenn Du nicht hast dieses stirb und werde, so bist Du nur ein trüber Gast auf dieser dunklen Erde“,  lässt sich schließen, dass Goethe sich dieser beiden großen Transformatoren und ihrer Wichtigkeit, die sie bereits während unserer physischen Leben haben, sehr bewusst war, sie durchdrungen hatte, soweit das als Mensch überhaupt möglich ist.  

Das Zitat stammt aus dem Gedicht „Selige Sehnsucht“ und wie wir spätestens in seinem Werk Faust lesen können, hat Goethe sich grundlegend und innerlich extrem aufgewühlt, mit den Themen des Diesseits und Jenseits auseinandergesetzt, das Jenseits aber als existent angenommen -vielleicht einiges daraus erfahren dürfen?

 

Gehen wir noch einmal zurück und besinnen uns unseres Physikunterrichtes, bei dem wir den Energieerhaltungssatz gelehrt bekamen: „Energie ist nur wandelbar, nicht zerstörbar“, was als Naturgesetz Gültigkeit habe.

Nehmen wir nun die Naturgesetze als etwas an, das sogar eine kosmische Bedeutung haben könnte, so wäre das ein weiterer Versuch, hinter die Mysterien rund um Geburt und Tod zu gelangen.

Denn es hätte dann möglicherweise auch dort Gültigkeit, wäre also ein Indiz dafür, dass wir sowohl vor unserer Geburt (oder Zeugung?) ein energetisches ETWAS waren und zu diesem dann auch jenseitig wieder werden.

Das würde bedeuten, dass „wir“ davor waren und danach eben sein werden. Unser physischer Tod von der Erde gleichzeitig als Geburt in der geistigen Welt und umgekehrt: die Geburt auf unserer Erde, bedeutet unseren Tod in der geistigen Welt. Das Leben an und für sich, eine immerwährende Bewegung in Form eines Kreises, einer Spirale…

Menschliches Leben in der Spannung zwischen Endlichkeit und Unendlichkeit:

Einmal im Jahr kommt jene Zeit, welche die ganze Welt berührt, unabhängig von Religionszugehörigkeit oder gar ohne jeden religiösen Glauben. Die Welt ist anders gestimmt, auch wenn wir uns in einem Konsumrausch dabei verlieren. Etwas zieht uns Menschen magisch an in dieser Weihnachtszeit. Sie ist aufs engste mit Christi Geburt verbunden.

Mit dem Erscheinen des Christus auf Erden senkte sich eine kosmische Kraft des Christus Geistes auf die Erde herab und ist seither in ständiger Verbindung mit der Erde und den Menschen geblieben – mit seiner Geburt hat eine kosmische Wandlung stattgefunden, vom Geistigen ins Materielle, der die ganze Menschheit betrifft.

Durch diese Vergeistigung sind die Menschen transzendiert, durchdrungen worden, so dass wir uns mit unserem Bewusstsein immer wieder neu damit verbinden können mit der Ur-Kraft des Geistigen, die aus uns mehr gemacht hat als rein in die Materie versunkene Menschen.

Diese letzten Sätze sind so gewichtig in ihrer Aussage, dass ich mich an dieser Stelle still zurückziehe…

Für Ihre eigenen innerlichen Betrachtungen:

Umgestaltung / Umwandlung / Wandlung / Transformator / Transzendenz / Übergang / Tod / Geburt / Umformung / Metamorphose / Aufstieg / Formveränderung / Bewegung / Wende / Reform / Fortschritt / Gestaltwechsel / Spannungs-umwandlung / Frequenzumformung / Transpersonal / Neuwerdung

Ich wünsche Ihnen von Herzen das Allerbeste und möge es Ihnen gelingen, an diesem großen Feste widrige Umstände im Außen dahingehend zu transformieren, dass es Ihnen möglich ist, ganz bei sich und Ihren Liebsten IM INNEREN zu sein, ganz unabhängig von Vorgaben und Maßnahmen und davon, ob es im Außen stattfinden kann oder darf.

Gesegnete Weihenacht

Reinhilde Burg

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